Mittwoch, 7. Dezember 2016

Ausflug in alte Zeiten

Da ich viel im Auto sitze, um zur Arbeit zu kommen, gehen einem auch viele Gedanken durch den Kopf.
Manchmal versuche ich die Nummernschilder der vorausfahrenden Wagen zu "deuten".
Initalen, Geburtstage, Schnapszahlen, Wörter - was lässt sich nicht alles aus diesen simplen paar Nummern rauslesen.

Nun fuhr vor ein paar Tagen ein Bonner mit der Kombination "PZ" vor mir.

Irgendwie wurde bei mir da "Bonner Parteizentrale" draus.
Gibt es den Begriff "Parteizentrale" überhaupt noch?
Als Bonn noch provisorische Hauptstadt war, fiel dieser Begriff öfters:
"die Bonner Parteizentrale ließ verlauten..."
"aus der Bonner Parteizentrale war zu vernehmen..."

Donnerstag, 24. November 2016

China-Tröten

Vor einiger Zeit habe ich darüber berichtet, dass unser Musikzug billige Saxophone gekauft hat und versprach darüber noch etwas zu schreiben.

Wer im Netz ein wenig gräbt, findet einiges zu günstigen Saxophonen aus China - sowohl positives als auch negatives.

Jetzt folgt die nächste unnötige Bewertung; aufgrund meines profunden Halbwissens natürlich völlig subjektiv und völlig überflüssig :-)

Vielleicht eines vorweg, damit eine kleine Grundlage da ist, um meine (und andere) Bewertung zu verstehen:
Das Saxophon ist ein Instrument mit vielen Klappen, Stangen und Schrauben.
Im Prinzip greift es sich erstmal wie eine deutsche Blockflöte, größere Hände sind eigentlich auch nicht nötig.
Allerdings muss das Klappenwerk und die Verbindung zwischen verschiedenen Klappen gut eingestellt sein, weil sonst manche Töne nicht richtig klingen; also zu hoch oder zu tief sind (das heißt dann "falsch intoniert").
Zudem liegt es an der Bauform des Instruments, dass einige Töne dazu neigen falsch zu intonieren und der Musikant muss das ausgleichen.
Gute Instrumente, wie z.B. von Yamaha oder Yanagisava intonieren sehr gut, aber andere Fabrikate können so richtig schlimm daneben liegen und selbst Profis können auf solchen Gurken nur mit Mühe ordenlich spielen.
Abschließend noch angemerkt, während bei der Flöte die Fingerkuppen die Tonlöcher dichtdrücken, verschließen beim Saxophon Lederpolster die Löcher - liegen diese Polster nicht gut auf, kann ein Instrument unspielbar sein, weil sich die Luft den kürzesten Weg sucht und einfach an ungewünschter Stelle entweicht.

Nun noch zur Fertigung in China.
Ein duales Ausbildungssystem wie wir es kennen, gibt es dort nicht, soweit ich weiß. In vielen Fabriken werden Arbeiter angelernt und machen dann ihren "Job". Oft auch ohne zu verstehen, was und warum sie es tun.
Nach dem Chinesischen Neujahrsfest kehren viele Arbeiter gar nicht an ihren alten Arbeitsplatz zurück sondern suchen sich andere Arbeit, da das neue Jahr auch gerne als persönlicher Neuanfang gesehen wird.
Daraus ergibt sich keine beständige Belegschaft und es ist schwierig, die Arbeiter "nachhaltig" zu schulen, damit eine gleichbleibende Qualität geliefert werden kann.

So erklären sich Bewertungen, bei denen Saxophone, die unter einem "Marken"-Namen verkauft werden, völlig unterschiedliche Bewertungen erhalten - ein Instrument wurde vielleicht von gut eingearbeitete Leuten gebaut, ein anderes jedoch von Neulingen, die ihre ersten Montageversuche machten.
Auch die filigrane Einstellung der Instrumente fällt unterschiedlich aus; je nachdem wer das gemacht hat - siehe oben.
Selbst teuerste Markeninstrumente sind nur nach fachkundiger Einstellung spielba. Diese wird allerdings in der Regel vom Hersteller selbst gemacht - somit sind diese Instrumtene "out of the box" und ganz ohne Nacharbeit spielbar.
Doch eine schiefe Klappe oder ein undichtes Polster vergällt den Spielspaß bei jedem Saxophon, egal ob für 200 EUR von E-Bay oder für 5000 EUR vom High-End-Anbieter.

Um diesen vielen Variablen noch die Krone aufzusetzen, fange ich jetzt an, über das Zubehör zu schwadronieren.
Wirklich wichtig - mindestens genauso wichtig wie das Horn an sich, ist das Mundstück.
So, wie ein Porsche auf Rädern für einen 2CV (Ente) nicht ordentlich fahren kann, gibt es Mundstücke, auf denen man entweder nicht schön spielen kann (weil billigbillig) oder die einfach nicht zum Instrument (und/oder zum Spieler) passen. Ein günstiges Horn und ein passendes Mundstück ist eine bessere Kombination, als ein Profi-Sax und ein 08/15 Mundstück aus der Grabbelkiste. 

Nachdem wir das alles jetzt wissen, zurück zu den beiden Startones aus dem Hause Thomann.
Thomann wirbt mit Qualität zu kleinem Preis und tatsächlich waren beide Saxophone gundsätzlich in Ordnung.
Ich habe das Alto sowohl mit dem beigelegten Billig-Zubehör-Mundstück, als auch mit meinem "normalen" Mundstück angespielt.
Es sprach tadellos von unten bis oben an und auch die Intonation war vernünftig (alle Töne stimmten, bzw. waren in einem Bereich, den man akzeptieren kann).
Die Federn, die fürs Klappenöffnen und -schließen zuständig sind, waren recht straff eingestellt. Man muss also schon beherzt zugreifen - besser, als wenn man keinen Widerstand spürt und kein Gefühl dafür bekommt, ob man eine Klappe wirklich "auf" oder schon "halb geschlossen" hat. Denn auch das beeinflusst den Ton.

Das Tenor habe ich nur mit dem beigelegten Zubehör-Mundstück angespielt - siehe oben.
Hier fällt mir allerdings wieder auf, dass kopieren und kapieren zwei unterschiedlich Dinge sind.
Um auf einem Instrument "viel am Stück" spielen zu können (also z.B. einen Auftritt von einer Stunde und mehr) sollten sich die Hände in der benötigten Position wohlfühlen.
Vielleicht mit einem Fahrrad vergleichbar - wer schon mal auf einem Rad mit einem schiefen Sattel und einem krummen Lenker gefahren ist, bei dem die Handbremse nur unter Verrenkung zu greifen ist, weiß ein gut eingestelltes Rad richtig zu schätzen.
Die Position der rechten Hand scheint ein Problem zu sein, denn das liest man öfters, dass die Haltung hier suboptimal ist.
An diesem Saxophon muss man den kleinen Finger sehr weit strecken, um die Klappe für das tiefe C zu erreichen und die Position Daumenhakens ist etwas zu tief. Eine entspannte Handhaltung ergibt sich so nicht.
Vergleiche ich das mit meinen Ostblockgurken von Amati, dann stelle ich fest, dass ich sowohl auf dem Alto, als auch auf dem Bariton eine gute Handhaltung habe - es ist also möglich, die Hörner nach halbwegs ergonmischen Gesichtspunkten zu bauen. Einschränkend muss ich aber eines zugeben: Beim Bari hake ich meinen rechten Daumen nicht unter den Daumenhaken, sondern lege ihn darüber - Beim Bari ist ja alles etwas großzügiger dimensioniert, da habe ich also etwas mehr Platz.

Nun mein Fazit:
Für kleines Geld gibt es brauchbare Saxophone.
Mit einem ordentlichen Mundstück ist auch der Klang gut.
Die Ansprache fand ich recht leicht - man muss nicht "kämpfen", um einen Ton zu erzeugen - ideal für Anfänger, allerdings bedeutet es auch ein Limit "nach oben". Wer die Grenzen so eines Instruments austesten will, wird sie relativ schnell finden, bei wirklich laut und wirklich viel Druck macht so ein Instrument irgendwann nicht mehr mit.
Was sich erst mit der Zeit zeigen wird, ist, ob die Instrumente konstant bleiben und wie sich die Mechanik verhält, wenn sie altert.
Eines kann ich jetzt schon sagen: Die Koffer taugen nicht viel. Beim Alto-Etui ist schon eine Ecke rausgebrochen und an beiden Außenhüllen ist zu sehen, wie schnell schon kleines Anecken zu dauerhaften Macken führt.

Mittwoch, 23. November 2016

Gepimpt, gepusht, gedopet**

Kinder Medikamente einwerfen und zur Schule schicken - Alltag in Deutschland.
Jetzt sind wir auch dabei!

Yolande wachte mit Bauchschmerzen und Leichenblässe im Gesicht auf.
Einen Tee, etwas leichtes zum Essen und eine Schmerztablette - dann gings.
Anschließend habe ich das Kind vor der Schule abgeladen - immerhin musste ein Klausur geschrieben werden.
Alternativ dazu hätten wir den Vormittag auch beim Kinderarzt im Wartezimmer sitzen können, um ein Attest zu erstehen.
Die Gefahr, sich dort Grippe, Magen-Darm oder Hepatitis zuzuziehen ist aber groß, daher doch besser die Zähne zusammenbeißen und durch.

Ein Trauerspiel, dass es nicht anders geht.


**hier kann man übrigens sehen, wie bekloppt es aussieht, wenn man englische Wörter nach deutschen Regeln beugt.
Im Gegenzuge sieht es für den deutschen Leser merkwürdig aus, wenn man einen Mischmasch macht, wie z.B. "gepimped".
Deutschen wir die Wörter doch einfach ein: gepuscht und gedopt  - irgendwann haben wir uns dran gewöhnt.

Montag, 21. November 2016

Weihnachstbäckerei

Frau Stöhr hat mir ihrem Jüngsten gebacken.
Zu ihrer Verteidigung sei gesagt, dass sie stets betont, keine gute Bäckerin zu sein.
Tatsächlich gehen bei sogar Ausstechplätzchen bei ihr nicht so gut.
Vielleicht hat ihr auch jemand ein falsches Rezept untergeschoben...

Die Plätzchen erinnerten eher an Dekokekse, oder Schmuckkekse, wie sie im norddeutschen Raum im vorletzten Jahrhundert üblich waren:
Sehr dick, sehr pappig, sehr geschmacksneutral und sehr hell.

Ausstechplätzchen müssen, dünn, zart, butterig und knusprig sein. Leicht gebräunt, eigentlich eher goldgelb mit einem verführerischen Duft.
Knackig im Anbiss und knusprig im Mund, nicht krümelig aber doch trocken genug, dass sie in Tee, Kaffee oder Kakoa gestippt werden wollen, sich vollsaugen und ihre Form behalten, bis sie im Mund landen, auch wenn man noch eine Strophe "Fröhliche Weihnachten" zuende singen möchte.

Zugegeben, mein Anspruch an Weihnachtsgebäck ist hoch.
Doch halte ich ihn für erfüllbar und angemessen.

Es dauert nicht mehr lange, dann werde ich mich an diesem Post selber messen lassen müssen...

Donnerstag, 17. November 2016

Falsche Freunde

Im Englischunterricht wurden wir stets vor "false friends" gewarnt.
"when can I bekome a beefsteak" heißt nicht "wann bekomme ich ein Beefsteak", sondern " wann werde ich ein Beefsteak".
Auch der "murder" ist kein "Mörder" sondern der "Mord".
Verschiednen Beispiele haben sich bei mir so tief ins Hirn eingebrannt, dass auch bei anderen Wörtern die Alarmglocke schrillt, wenn ich eine Übersetzung lese, dass nicht sonderlich schlüssig ist.

Gerade so wie hier:klick mich
Ein Brief von John Lennon ist aufgetaucht und bei gmx.de wird die Sache als "Hass-Brief" breitgetreten - geschrieben in einer Zeit, als alle vier Beatles nicht gut aufeinander zu sprechen waren.

Im untenstehenden Ausschnitt ist ein prägnanter Satz fett hervorgehoben - leider fehlt der englische Originalausschnitt, doch ich vermute, dass Lennnon von "the perverted little thing you call brain" gesprochen haben könnte.

"to pervert" wird zwar auch für "pervertieren" gebraucht, aber im Englischen hat es nicht diesen negativen und ins sexuelle hinübergehenden Klang, wie in unserer Sprache.
Eine sinnvolle Übertragung wäre wahrscheinlich diese:
"Bekommst Du das in dies verdrehte Ding, dass Du Hirn nennst!"

Denn die übliche Verwendung von "to pervert" ist tatsächlich "verdrehen, irreleiten, fehlleiten".

In diesem Sinne: Dieser Artikel ist ziemlich verdreht...


PS: Der Text ist ein Ausschnitt aus dem Artikel und daher sind die Sätze auch vorne und hinten nicht vollständig!
Um den Artikel vollständig zu lesen (lohnt sich übrigens nicht), klickt den Link weiter oben an.

Donnerstag, 3. November 2016

Family Gothic

Wenn am Wochenende gewaschen wird, dann hat man das Gefühl, als
wohnten nur "Gruftis" bei uns.
Schwarz, schwarz, schwarz.

Alles nur schwarze Klamotten...

Mittwoch, 2. November 2016

Mülltage

Als Kind waren Geburtstag und Weihnachten die großen Landmarken im Leben,
später kamen die Ferien dazu.
Solche fixen Größen gaben dem Leben Struktur und waren gleichzeitig Indikatoren für das
Fortschreiten des Jahres.

Heute gibt es eine Vielzahl an Landmarken, die einem jetzt weniger als Orientierung dienen,
als vielmehr aufzeigen, wie schnell die Zeit vergeht.

So kommt dienstags die Müllabfuhr.
Alle zwei Wochen wird der Restmüll abgeholt, alle vier Wochen wird Papier bzw. „gelber“ Müll geholt.
(das geht dann so: Restmüll, Papier, Restmüll, gelber Müll, Restmüll, Papier, ...)

So wird meine Lebenszeit von diesen Terminen eindeutig getaktet.

Gut, dass es zuverlässige Wegmarken im Leben gibt.

Dienstag, 1. November 2016

Die Türkei macht es richtig!

HIER könnten wir uns am ungeliebten Nachbarn im Süden mal ein Beispiel nehmen.
Der kranke Mann am Bosporus verstellt seine Uhren nicht mehr und bleibt dauerhaft bei der Sommerzeit.
Richtig so!
Das sollten wir auch tun.
Die Mär von der Energieeinsparung ist schon lange widerlegt und was bleibt ist nur ein gigantischer und teurer Aufwand, alles umzustellen.
Von den Auswirkungen auf den Biorhythmus von Mensch und (Wild-)Tier ganz zu schweigen.

Dienstag, 18. Oktober 2016

Sturm im Wasserglas?

Vielleicht sehe ich es ja völlig falsch.
Aber da hat sich ein Terrorverdächtiger in der Haft umgebracht.
Passiert wohl öfters, dass sich Menschen selber umbringen - soll hier aber nicht der Gegenstand der Betrachtung sein.

Was nun vielen übel aufstößt: Dieser Mann war verdächtig und man wollte von ihm ganz, ganz viel erfahren und so alles aufklären.

Jetzt frage ich mich, naiv, wie ich nunmal bin:
Da sitzt jemand, der vermutlich die grundsätzliche Meinung hat, "Ungläubige" sollten sterben, die westliche Kultur sei unwert und seine Haft und der Umgang mit ihm beweisen es jeden Tag aufs neue.

Wird dieser nun kooperativ alles auspacken, was er weiß?
Wird der nach zig Jahren im Gefängnis geläutert und als wertvolles Mitglied der Gesellschaft wieder in die Freiheit treten?
Wird er sein Fehlverhalten einsehen und später anderen Menschen den Weg zu Freiheit und einem selbstbestimmten Leben weisen?

Ich glaube es nicht.
Vielmehr drängt sich mir die Ansicht auf, dass dem Steuerzahler viel Geld gespart wurde.
All die Untersuchungen, die Befragungen, der Aufenthalt im Gefängnis, die Wärter, die Richter, die Anwälte...
Zeit und Geld, das an anderer Stelle sinnvoll angelegt sein kann.

... und bitte, nun werft mit Steinen.

Samstag, 15. Oktober 2016

Zeitfenster

Auf dem Weg zur Arbeit, gibt es gewisse Zeitfenster.
Fahre ich zu einer bestimmten Zeit los, weiß ich sicher, dass es sich dort oder dort staut.
Oder zu einer anderen Zeit ist diese Ecke frei und man kommt gut durch.

Manchmal erwischt man auch seltsame Moment, in den einem keine Autos begegenen - weder auf der "eigenen" noch auf der Gegenfahrbahn.

So einen Moment hatte ich letztens, als leichte Morgennebel rechts und links der Straße waberten und niemand außer mir auf der Straße zu seien schien.

Plötzlich tat sich mir ein anderes "Zeitfenster" auf - eine Erinnerung.

Vor zwei oder drei Dekaden waren wir in Dänemark im Urlaub. Wer es kennt, in der Nähe von Börsmose in direkter Nachbarschaft zu einem Militärübungsplatz.
Schon beim Frühstück waren Maschinengewehrsalven zu hören.

Eines frühen Abends waren wir noch am Strand - leichter Nebel zog von der See auf, der Himmel war trüb und das Licht nicht mehr als ein diffuses Zwielicht.
Außer uns war (in meiner Erinnerung) niemand mehr am Strand.
Auch wir machten uns auf den Weg zu unserem Ferienhäuschen zurück.
Plötzlich fuhr ein Militärlaster auf den Strand, dann ein zweiter und ein dritter.
Die Plane der Ladefläche wurde aufgezogen und aus den drei Lastern sprangen Soldaten auf den Strand, die sahen nicht nach Baden aus.

Eine Szene, wie aus einem SiFi-Film oder einem Horrorstreifen.
Der menschenleere Strand im Nebel und darauf nur ausschwärmende Soldaten.

Auf unserem Weg durch die wenigen kommerziellen Buden, die das "Herz" der Ferien-Anlage bildeten war auch niemand mehr zu sehen - alles war wie ausgestorben und eine gespenstische Stille, wie sie dem Abendnebel zu eigen ist, lag über den Dünen.

So kam ich mir auch auf dem Weg zur Arbeit vor.
Als wäre man plötzlich allein auf der Welt und Nebel harrt nur, einen zu verschlingen...

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Der Bart ist ab!

Wir haben ein altes Haus.
Das hat Vorteile, aber auch Nachteile, manchmal kleine Einschränkungen.
So ist die Haustür etwas tricky.
Je nach Jahreszeit und Wetterlage lässt sie sich gut schließen oder auch schlecht. Manchmal sitzt sie stramm im Schloss, manchmal etwas lose.
Demnach lässt sie sich an einigen Tagen gut ab- und aufschließen, an anderen geht es etwas schwerer.

Gestern abend war es dann soweit.
Mein Schlüssel aus Aluminium in einem schicken Grün gab seinen Geist auf.
Ich hielt den Kopf in der Hand, während der Bart noch im Schlüsselloch steckte.
Etwa auf 3 Uhr.

Ein Schlüsseldienst um 9.00 Uhr abends zu bestellen kostet in der Zwischenzeit soviel, wie ein gemütliches Wochenende in Berlin.
Also meinen Spannungsprüfer aus dem Teeschrank geholt und mit einigen leichten Klopfern, etwas Gehebel und Gewürge habe ich den Zylinder auf 12 Uhr drehen können.
Dann noch mit einem weiteren Schlüssel von draußen einmal kräftig zugestoßen und der verbliebene Rest konnte mit spitzen Fingern aus dem Schloss gezogen werden.

Da war ich doch sehr erleichtert - ein Nachschlüssel ist doch etwas günstiger als ein Schlüsseldienst...

Warum ich einen Alu-Schlüssel hatte?
Eigentlich sollte Victor den bekommen. Als er einen eigenen Schlüssel haben sollte, waren wir im Baumarkt, um einen zu holen und in grün gefiel ihm der gut. Als er dann mit auf den Weg bekam, mit dem etwas vorsichtig zu sein, wollte er doch lieber einen "normalen" - gekauft ist gekauft, also habe ich den grünen Schlüssel bekommen.
Werde die Farbe am Schlüsselbund vermissen.